TRE – Neurogenes Zittern

Eine Serie von Körper-Übungen haben sich bei der Behandlung von Traumata und Stress einen Namen gemacht. Durch die Anspannung spezieller Körperregionen wird ein Prozess aktiviert, der in der Folge sprichwörtlich im Körper angestaute Spannungen frei setzt. Sie werden aus dem Körper „gezittert“.

TRE

Die Existenz dieses Mechanismus ist nicht erst seit der Verbreitung der markenrechtlich geschützten Trauma-Release-Exercices TRE® bekannt. Tatsächlich ist das Abschütteln von Spannungen bei Tieren und bei kleinen Kindern natürlicher und bekannter Vorgang. Erwachsene haben jedoch verlernt diese eigentlich intuitiven Autoreaktion zu aktivieren – oder vielleicht kann man auch sagen zuzulassen. TRE bieten einen Zugang zur Reaktivierung dieses Selbstheilungsvorgang. Seit 2006 wird die Methode nun nicht zuletzt über den wirksamen Einsatz in der heilpraktischen und psychotherapeutischen Trauma Therapie populärer. „Gezittert“ wird ganz allgemein zur Freisetzung von Stress.

Warum die Spannungen im Körper bleiben

Wie im Artikel zum Prozess von Trauma und Heilung beschrieben, bringen traumatische Erlebnisse unser Nervensystem über den Kampf (Fight), in den Flucht (Flight) – und dann in den Erstarrungsmodus (Freeze). Der sogenannte Freeze soll durch seine Funktion das Überleben schützen. Probleme entstehen, wenn die Kontraktion des Nervensystems anhält. Der Freeze wird dann zu einer Grundlage für psychische und auch körperliche Beschwerden. So wie Traumata und auch Stress sich im Nervensystem potentiell auf allen Ebenen des Organismus auswirken können und auch Muskulatur verspannen, so wirkt sich die durch die Körperübungen angeregte Entladung auch auf die mentale Heilung aus. Das neuronale System steht im Mittelpunkt. Es verbindet die Funktionen aller Ebenen des Seins. Klingt unglaublich? ist es auch.

Neuronales Zittern entlädt: Einfach mal ausprobieren

TRE Kurse oder das „Neuronale Zittern“ werden von einem Trainer oder einer Trainerin für die Gruppe angeleitet. Das gemeinsame Praktizieren verbindet und stärkt die Teilnehmer. Es braucht manchmal ein wenig Übung, den Prozess einzuleiten und auch zu vertiefen. Die Kunst besteht darin, den Kopf auszuschalten. Es geht schliesslich darum, den Körper die Kontrolle für den Selbstheilungsprozess übernehmen zu lassen. Es kann auch einfach zu Hause praktiziert werden.

TRE zählt zu den wirksamen körperbezogenen Selbsttherapie-Methoden und wird immer häufiger auch von Psychologen in der Psychotherapie in Einzelsitzungen eingesetzt. Sie wird erfolgreich im Wachbewusstsein, d.h. im nicht veränderten Bewusstseinszustand praktiziert.

TRE Trainer und Gruppen finden sich heute in nahezu allen größeren Städten.